Hören

Seit einigen Jahren mache ich Radio-Features. Eine Form des Erzählens, die mich erst spät gepackt hat. Sich Geschichten hörend zu nähern, ist eine besondere Herausforderung. Vor allem, sie so zu erzählen, dass die Zuhörer beim HÖREN beginnen, sie zu sehen.

Feature: „Die Dorfkümmerer“ (2022)

Im Sommer bin ich mit meinem 9-Euro-Ticket durch Thüringen gefahren und habe Dorfkümmerer getroffen. Sie kümmern sich ehrenamtlich um ihr Dorf und die Menschen darin. Und zwar auf unterschiedliche Weise und immer freiwillig, in ihrer eigenen Zeit. Warum machen die das?, hab ich mich gefragt – und den Soziologen Hartmut Rosa. Herausgekommen ist ein Stück über Menschen.

Feature: „Der Vorlesefriseur“ (2021)

Der momentan in Leipzig lebende Vorlesefriseur Danny Beuerbach schneidet (nicht nur) Kindern die Haare. Wenn sie ihm dabei vorlesen, gibt es den Haarschnitt gratis. Für diese Art von Leseförderung geht er am liebsten irgendwohin raus, auf eine Wiese oder in eine Parklücke. Dann rollt er seinen Teppich aus, legt Bücher dazu und wartet, was passiert. Und: Es passiert viel! Das ist die Eroberung des öffentlichen Raumes!

Feature: „Grauzone – Der Wert unserer Erinnerung“ (2021)

Erinnerungen sind ein Teil unserer Persönlichkeit. Wir teilen sie mit anderen und manche Erinnerungen möchten wir lieber vergessen. Wissenschaftlich gesehen sind sie Verknüpfungen im Gehirn. Für uns ein Fotoalbum, in dem wir hin und wieder blättern. Und: Unser Gehirn geht sehr kreativ mit Erinnerungen um. (Produktion: MDR 2021)

Feature: „Alles für die Katz“ (2019)

Ganz früher war sie eine Göttin, dann mussten viele ihrer Artgenossinnen schuften – und heute, da mäkelt sie an allem, genießt viel Aufmerksamkeit und verbringt den Tag mit Gähnen: die Katze! (MDR 2019)

Feature: „Schicksal Ü40“ (2016)

Nach langer Zeit besucht man den Club, in dem man vor Jahren Stammgast war. Plötzlich fühlt sich alles anders an: Ist man jetzt alt? Meine Betrachtungen über das Ausgehen – als Feature. (MDR 2016)

Feature: „Boulevard der Barbiere“ (2018)

Sie heißen „Nimar“, „Yussef“, „Saladin“. Ihre Barbierläden liegen nur wenige Meter von einander entfernt in der Leipziger Straße, die vom Hauptbahnhof in Halle an der Saale hin zum Marktplatz führt. Sie sind, auf der Suche nach einem neuen Leben, aus ihren Ländern geflohen, z. B. der Syrer Nimar, der in Damaskus als Grundschullehrer und Barbier gearbeitet hat, oder Nermin und ihre Schwester, die sich gegen den Willen des Vaters mit dem Friseursalon ein selbstbestimmtes Leben aufgebaut haben.

Das gute Handwerk und die niedrigen Preise sprechen sich herum. Doch damit beginnt der Ärger. Ein Barbier darf nur den Bart schneiden. „Die Kotelette bildet die Grenze zwischen Barbier und Friseur“, sagt Dirk Neumann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Halle. Oder wie es Nermin, eine Friseurin aus Borans Haarstudio, ausdrückt: „Barbier ist eine reine Gesichtsveranstaltung“. (MDR 2018)

Feature: „Das Flüchtlingsheim bei mir an der Ecke“ (2017)

Ein Flüchtlingsheim eröffnet in genau 50 Meter Luftlinie. Ein Jahr lang helfe ich dort. Ich erlebe Höhen und Tiefen, Hilflosigkeit auf beiden Seiten – und finde Freunde. Es zeigt sich: Am wichtigsten ist es zu wissen, wer man ist. (MDR 2017)

Feature: „Industrieruinen – Faszination und Wehmut“ (2014)

Was einst als große Baukunst galt und für tausende Werktätige „Heimat“ war, ist heute dem Verfall preisgegeben und wird mit Wehmut betrachtet. Für einige aber sind diese Industrieruinen zu einem Ausflugsort geworden.

„Industrieruinen: Faszination und Wehmut“ (MDR 2014) wurde mit dem Journalistenpreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz prämiert! Der „bunt getextete, mitreißend erzählte, aufregend produzierte Radiobeitrag“, schreibt das Nationalkomitee für Denkmalschutz, „spiegelt auf exemplarische Weise die Lebendigkeit ‚toter Denkmale‘ wider“. Ich freue mich sehr! Dankeschön!

Feature: „Adolf-Südknecht-Straße“ (2015)

Mein Radio-Feature über eine eigenwillige Straße in Leipzig: die Karl-Liebknecht-Straße. Wir sind seit über 20 Jahren gut miteinander bekannt. Dieses Feature steht leider nicht mehr zum Nachhören bereit. (MDR 2015)